Newsarchiv September 2009



  • Überraschungsfahrt
      Die beiden Tipps bezogen sich auf Biber (die Biberburg als Fortbewegungsmittel) und Templin (als Heimatstadt der Kanzlerin, die frühere Heimatstadt eines früheren Kanzlers hieß Hannover), also startete am Freitag, 25.9., eine sehr kleine Truppe in Hannover, um 4 Stunden später die Biberburgen bei Templin zu beziehen.
      Biberburgen sind schwimmende Fortbewegungsmittel, die wie eine Gartenlaube auf Pontons aussehen. Sie werden durch einen 5 PS-Außenborder betrieben und haben – als basic-Ausstattung – alles, was 2 Erwachsene (und 2 Kinder) brauchen.
      Diese hatte der VB-Kreis gemietet und hatte dabei mit bis zu 20 TN gerechnet. Leider hatten sich viel weniger angemeldet, von denen dann noch die Hälfte krankheitsmäßig verhindert war.
      Am Morgen des Samstag fuhren wir nach Templin, passierten die dortige Stadtschleuse und befuhren die nördlich gelegenen Seen bis zur letzten Bucht. Dort wurden die Burgen aneinander gebunden und zum Mittagessen vor Anker gelegt.
      Die Rückfahrt ging wieder durch die Seenkette nach Templin. Die Stadt der Kanzlerin wurde in einem kleinen Rundgang erkundet.
      Zum Abend erreichten die Boote dann wieder das Stadtquartier bei Hindenburg.
      Nach einem herrlichen Sonnenuntergang und eintretender Kühle wurde dann am Steg gegrillt.
      Am nächsten Morgen wurde um 7.00 geweckt, der über dem See aufsteigende Nebel entschädigte für das frühe Aufstehen.
      Die Sonntags-Tour ging durch wunderschöne Seen und Kanäle und eine kleine Schleuse (Kannenberg) bis zur Havel nach Süden.
      Dort wurde gewendet. Die Rückfahrt wurde durch den Ausfall eines Motors überschattet, so dass eine Biberburg die letzten Kilometer geschoben werden musste.
      Wieder am Steg beschäftigte sich die Gruppe mit der Geschichte der ehemaligen Heilstätten in Hohenlychen.
      Ursprünglich für tuberkulosekranke Kinder aus der Großstadt Berlin gebaut, war dies Sanatorium eine Rückzugsmöglichkeit für NS- Größen. Himmler verbrachte dort viel Zeit. Am Ende des Krieges führte er dort die Gespräche mit dem schwedischen Roten Kreuz zur Teilevakuierung der KZ’s mit den sog. „weißen Bussen“.
      Die Gruppe schaute sich Teile des Sanatoriums, das seit 1993 leer steht, an.
      In einer benachbarten Kapelle fand sich auch noch ein Cache.
      Um 20.30 am Wahlabend endete die Überraschungsfahrt in Hannover.
      Fotos gibt es HIER.
      VCPNEWS090928


  • Vorstand des VCP Hannover e.V. schließt sich dem Aufruf zur Kundgebung und Demonstration gegen Nazis am 12.9.09 an
      Christliche Pfadfinder sind von ihrem Programm her dem Frieden, der sozialen Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung verpflichtet. Dies versuchen sie in allen Alterstufen in altersgemäßer Form umzusetzen.
      Dazu gehört in Vertretung für Kinder und Jugendliche auch die Wahrnehmung eines politischen Mandates gegen Rassismus und jeder Form von Unterdrückung und Faschismus. Die Pfadfinder nehmen damit Verantwortung für die Zukunft der von ihnen betreuten Kinder und Jugendlichen wahr.
      Deshalb hat sich der Vorstand des VCP Hannover e.V. jetzt dem Aufruf für die Kundgebung am Samstag, 12.9.09 angeschlossen. Er ruft seine junge Erwachsenen und älteren Mitglieder zur Teilnahme auf und bezieht damit Stellung gegen die am gleichen Tag geplante Nazi-Demonstration.
      Der VCP schließt sich den Formulierungen aus dem Aufruf an.
      „Nationalsozialistisches Denken entsteht nicht im luftleeren Raum. Es ist das Ergebnis von vielen in der Gesellschaft weit verbreiteten Einstellungen. So haben in den letzten Jahren Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus zugenommen. Diese Einstellungen grenzen hier lebende Menschen aus. Sie werden zu Schuldigen für gesellschaftliche Probleme erklärt und bedroht.
      Dieser Bedrohung stellen wir uns entgegen, wir überlassen den öffentlichen Raum nicht den Nazis. Ihrer menschenverachtenden Ideologie setzen wir unsere Werte einer solidarischen, freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft entgegen.“
      Der VCP ruft aus evangelischer Freiheit alle Menschen guten Willens und insbesondere seine Mitglieder zu einem deutlichen Zeichen auf.
      VCPNEWS 090911


  • Israelische Pfadfinder hospitieren 10 Tage in den Einrichtungen des VCP
    VCP hatte Gäste aus dem Nahen Osten
    VCP Seelze Lohnde als Gastgeber

      Vom 1. – 10.9. war eine Gruppe israelischer Pfadfinder in Hannover zu Gast. Die jungen Erwachsenen hatten in ihrer Heimat gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr in sozialen Einrichtungen absolviert und interessierten sich nun für entsprechende Einrichtungen des VCP in Hannover. In kleinen Gruppen nahmen sie an der außerschulischen Betreuung von JuKiMob (Jugend– und Kindermobil, Feuerwehrauto), M.A.J.A (Traktotprojekt, mobile aufsuchende Jugendarbeit), Kiefernpfad (Kinder– und Jugendtreff) teil und bekamen viele Eindrücke für ihre Arbeit zu Hause. In einer Abschlussreflektion kurz vor der Abreise gaben sie dem VCP wichtige Rückmeldungen zum pädagogischen Konzept und zur Arbeit in sozialen Brennpunkten. Ein Vorschalg an den VCP, zu überlegen, ob hier nicht eine dauerhafte Freiwilligenstelle für Freiwillige aus Israel eingerichtet werden könnte.

      Die Begegnung begann am 1.9., dem Tag, der wie kein anderer für deutsche Schuld, Gewalt, Verfolgung und Krieg steht. Die Gruppe führte gemeinsam mit den deutschen Partnern eine Erinnerungszeremonie in der Gedenkstätte Bergen-Belsen durch. Am Freitag nahm sie mit ihren deutschen Partnern an einem Sabattgottesdienst in der jüdischen Gemeinde teil und ließ sich über das jüdische Leben in Hannover informieren. Zu einer interreligiösen Begegnung kam es, als die israelische Gruppe mit ihren Gastgebern an einer Feier zum Fastenbrechen in einer muslimischen Synagoge teilnahm. Gemeinsam wurden die Friedenswünsche Salam aleykum , Shalom und Friede sei mit Euch ausgetauscht.
      Ein attraktives Begleitprogramm ergänzte den Aufenthalt. Dr. Peter Schulze informierte über alte jüdische Friedhöfe in Hannover, der VCP selbst führte mit den Israelis eine aus Anlass des Kirchentages 2005 entwickelte antifaschistische Stadtrundfahrt durch. Für die Gäste war es interessant, in der Stadt die Berichte von Terror und Widerstand zu hören.
      Der Samstag wurde mit einem Ausflug nach Hamburg verbracht, die Gäste besichtigten den größten Hafen Deutschlands und die Speicherstadt, auch das Nachtleben wurde kurz berührt. Als Beispiel für komplexe Industrietechnik wurde das VW–Werk besichtigt, ein grosser Höhepunkt war der Besuch des Fussball-WM-Qualifikationsspiels Deutschland – Aserbeidschan am Mittwoch.
      Am Morgen vor der Abreise empfing Frau Bürgermeisterin Ingrid Lange die Gruppe und legte in ihrer kurzen Ansprache einen Schwerpunkt auf Integration und Verständigung und sprach auch der pfadfinderischen Pädagogik ein Lob aus.
      Für den VCP ist deutlich, dass diese Begegnung im Kontext der Bemühungen um soziale Gerechtigkeit und Frieden zu sehen ist.
      So wäre es schön,wenn sich im nächsten Jahr eine Rückbegegnung in der Region der Welt, aus der das Friedenslicht kommt, anschließen würde.
      Die Gäste waren bei Pfadfinderinnen und Pfadfindern in Seelze untergebracht. Gruppen aus dem VCP Paulus und Stephanus verbrachten Begegnungsabende mit den Gästen, der Stadtjugendpastor Torsten Pappert informierte über die evangelische Jugendarbeit in Hannover und führte mit den Gästen eine Klang – Inszenierung in der Jugendkirche durch.
      Am 10.9. hat die Gruppe Hannover wieder Richtung Tel Aviv verlassen.
      Fotos gibt es HIER.
      Zeitungsartikel: "Ein gemeinsames Lächeln dank "Schalom", Neue Presse, 10.09.09
      Zeitungsartikel: "Israilli izcilerden cami ziyareti", Hürriyet Europa, 22.09.09
      Zeitungsartikel: "Fastenbrechen", EZ, 27.09.09
      VCPNEWS090910