Grundschule Kastanienhof




    Seit dem Schuljahr 2014/15 ist der VCP Hannover Kooperationspartner für den Ganztagsbereich der Grundschule Kastanienhof Hannover-Limmer. Damit ist er für die gesamte Gestaltung des Ganztages, einschließlich Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung verantwortlich. Er arbeitet dort nach einem speziellen Konzept, das pfadfinderische Pädagogik in schulischen Bezügen ermöglichen soll.
    Er hatte sich im Herbst 2014 mit einem Konzept beworben, das er im Vorlauf mit Eltern, Schulleitung, LehrerInnen und SchülerInnen entwickelt hatte. Dies entspricht dem Anspruch und der festen Überzeugung des VCP, Betroffene im Sinne von Partizipation an der Bearbeitung ihrer Belange zu beteiligen.
    Er folgt damit seinen Überlegungen aus dem eigenen Konzept "Leben in der Ganztagsschule", in dem er beschrieben hatte, wie nach seiner Vorstellung Konzepte für Ganztagsbetreuung zwischen Schulen und Jugendverbänden entwickelt werden könnte ("Metakonzept").


    Das Konzept für die Grundschule Kastanienhof regelt den gesamten Ganztag in der Verantwortung des VCP. Kern ist, dass die Kinder in altersübergreifenden Gruppen zusammengefasst werden, die jeweils in und an einem Bauwagen auf dem Außengelände der Schule leben. Die Kindergruppen heißen "Banden", die Bauwagen "Bandenbutzen", dies im übrigen Begriffe, die mit den Eltern in der vorlaufenden Planungsgruppe entwickelt worden sind. Inzwischen betreut der VCP bis zu 80 Kinder, die in 4 Banden leben. Die Banden haben sich Namen gegeben, im Moment (Mai 2015) sind dies die Raben, die Geckos, die Füchse und die Faultiere.
    Die Banden werden jeweils von einer/m Hauptamtlichen und einer/m Honorarkraft (ÜbungsleiterInnen) betreut, das bedeutet insgesamt, dass die Banden eine große Kontinuität in Bezug auf ihre sozialen Kontakte leben können.
    Dieses Modell scheint erfolgreich zu sein, weil sehr viele Kinder für alle 5 Tage angemeldet sind.
    Das Programm der Banden ergibt sich aus den Gegebenheiten der jeweiligen Situation ("situativer Ansatz"), das bedeutet, dass alle Beteiligten (Kinder und Erwachsene) sich mit ihren Fähigkeiten und Ideen einbringen und sich daraus in Kombination mit den auf dem Gelände befindlichen Materialien ein "Programm" entwickelt.
    Ein in gewisser Weise passendes Bild dafür, was passiert, ist, dass die Kinder im Ganztag "wie in einem Waldkindergarten" zusammen leben. Man kann sagen, dass sie in einer Gemeinschaft zusammen leben und lernen.

    In die konkreten Aktivitäten fließen viele Methoden und Dinge aus der pfadfinderischen Jugendverbandsarbeit ein; so machen die Kinder sehr gerne Feuer, beschäftigen sich mit den vier Elementen und passend zu den Jahreszeiten, klettern oder sie bauen kleine Butzen. Sie haben hier relativ große Freiräume.
    Der VCP ist auch für die Frühbetreuung, das Mittagessen und die Hausaufgabenbetreuung ("Lernen und Fördern") zuständig.

    Neben den Bauwagen stehen dem VCP noch Räume im Innenbereich der Schule zur Verfügung (Salon/Mittagessen, Drachenhöhle, blaue Grotte). Hier können stillere Angebote wie Lesen/Vorlesen, Reden, Phantasiereisen oder kleine Andachten gelebt und durchgeführt werden. Klassenräume benutzt er am Nachmittag nicht, dies vermeidet deutlich Konflikte zwischen dem Ganztags- und dem Unterrichtsbereich.
    In dem Ferien macht der VCP eigene Angebote an der Schule, lädt sich Kinder aus anderen Schulen ein oder nimmt an Ferienangeboten (Zeltlagern, Freizeiten) des Jugendverbandes teil.

    Die Arbeit des VCP an der Schule wird von einem Mitarbeiter (30 Stunden) koordiniert, die Banden werden von hauptamtlichen Mitarbeitenden (20 Stunden), sowie Übungsleiterinnen betreut.

    Die Finanzierung erfolgt über die Landeshauptstadt Hannover (Schulverwaltung) und in einem geringeren Teil durch das Land Niedersachsen.
    Der VCP ist bemüht, über Stiftungen und andere Spender Mittel von Dritten zur Unterstützung der Arbeit heranzuziehen. Insgesamt ist die Finanzierung über kurz oder lang nicht auskömmlich.
    Zur Steuerung der Arbeit im Ganztag ist ein "Beirat" eingerichtet worden, der sich ca. alle drei Wochen trifft und in dem die Schulleiterin, der Geschäftsführer des VCP und die Koordinierungskraft des VCP an der Schule zusammenarbeiten. Hier werden alle organisatorischen und inhaltlichen Fragen besprochen, die mit der Ganztagsarbeit zu tun haben.
    Der Koordinator ist von Fall zu Fall zu den Dienstbesprechungen und Konferenzen in der Schule eingeladen, zwei Mal pro Jahr soll es eine gemeinsame Sitzung von Unterrichtenden und Mitarbeitenden im Ganztag geben.
    Diese Instrumente helfen, im Dialog in einer Situation zusammen zu arbeiten, die von nicht geklärten Strukturen und teilweise widersprüchlichen Zuständigkeiten zwischen Schulträger und Kultusministerium geprägt ist.