Gruppenarbeit



    Für Kinder und Jugendliche ist die eigene Kinder- und Jugendgruppe zunächst der wichtigste Bezugspunkt. Sie erkennen und kennen den Jugendverband erst einmal nur über das Leben in der eigenen Gruppe.

    Der VCP bietet Gruppen in vielen Kirchengemeinden, in Kinder- und Jugendtreffs an und versucht, auch in der mobilen offenen Jugendarbeit gruppenähnliche Strukturen aufzubauen.

    Er setzt damit am Bedürfnis älterer Kinder und Jugendlicher an, sich in sozialen Gruppen zu organisieren und dort Rollen zu erproben, verbindet damit aber auch sehr wesentliche eigene pädagogische Ziele.

    Er fördert Kommunikationsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit und insgesamt die Persönlichkeitsbildung.

    Kinder und Jugendliche lernen in Gruppen, als Individuum in einer sozialen Verantwortung zu leben.

    Sie müssen ihre Interessen und Vorlieben abgleichen und vermitteln, Konflikte aushalten und durchstehen. Dieses soziale Lernen hilft ihnen, ihre Interessen in Solidarität mit anderen zu vertreten und durchzusetzen.

    Kinder- und Jugendgruppen des VCP gibt es in Kirchengemeinden, in freien Jugendräumen, Jugendtreffs und auf betreuten Spielplätzen; die mobilen Projekte arbeiten mit anderen Zielgruppen, streben aber ähnliche soziale Fernziele an.

    Das Gruppenleben gestaltet sich in den wöchentlichen Gruppenstunden und gemeinsamen Aktivitäten wie Fahrten und Lagern.

    In den Gruppenstunden wird gespielt und kreativ gearbeitet, werden gesellschaftliche Probleme und Fragestellungen altersgemäß aufgearbeitet, Sport und Bewegung und die Gestaltung des Alltags kommen ebenfalls nicht zu kurz.

    Erkundungen und Kundschaften helfen, die gewachsene kulturelle, soziale und politische Umgebung zu verstehen.

    Gruppenstunden dienen der Vorbereitung der großen Maßnahmen, die an den Wochenenden und in den Ferien stattfinden.

    Diese Maßnahmen fördern das Verständnis und den Umgang untereinander, die Verbindung zur Natur und -im Falle von "Großfahrten" älterer Gruppen- den Kontakt und die Verständigung mit anderen Kulturen.

    Jungen und Mädchen lernen, zusammen zu leben und gute und schlechte Erfahrungen zu teilen. Dabei muss auch eine gewisse Geduld und Beharrlichkeit entwickelt werden, denn wenn man unterwegs oder auf einem Zeltlager ist, ist es manchmal schwierig, fort zu laufen.
    Fahrten und Lager fördern in hohem Maße die soziale Kompetenz.

    Seit 1973 arbeitet der VCP mit koedukaren Gruppen, in denen Mädchen und Jungen sind.

    Gesellschaftliche Entwicklungen und auch die Geschlechterrealität im VCP haben es geboten sein lassen, auch in eigenen Mädchengruppen zu arbeiten. Gerade in der Pfadfinderei sind Jungen oft relativ dominant.

    In neuester Zeit gibt es Überlegungen, wieder -wenigstens zeitweise- reine Jungengruppen zu gründen, da es in dieser Gesellschaft immer schwerer wird, eine sozial verantwortliche Männerrolle zu lernen.

    Für den VCP heißt moderne Pfadfinderarbeit:
    • spielerisches praxisorientiertes Lernen in der kleinen Gruppe
    • Erfahren und Entdecken durch Ausprobieren und Selbsttun
    • Gemeinschaft in der Gruppe erleben, Ängste abbauen, Verantwortung übernehmen
    • partnerschaftliches Miteinander von Jungen und Mädchen, Männern und Frauen
    • altersgemäße Aufarbeitung gesellschaftlicher Probleme
    • Setzen gemeinsamer Regeln durch die Gruppe, z.B.:
      • Miteinander planen, spielen und lernen - nicht gegeneinander
      • sich nichts aufzwingen lassen, selbst etwas tun
      • nicht alles hinunterschlucken - sagen, was einem nicht passt
      • beobachten - nichts ungeprüft hinnehmen
      • neue Wege gehen, nichts für unveränderbar halten