Fahrten und Unternehmungen



    Ein Grundprinzip pfadfinderischer Pädagogik ist die Mobilität; wurzelnd in den verschiedenen Traditionen der deutschen Jugendbewegung (Wandervogel, bündische Jugend) sind Gruppen traditionell unterwegs.

    Mobilität ist dabei im konkreten und im übertragenen Sinne zu verstehen.

    Kinder- und Jugendgruppen sind unterwegs, wobei die Intensität mit dem Alter steigt.

    Die Breite geht von Wanderungen an Wochenenden und einzelnen Tagen bis hin zu sogenannten "Großfahrten" über mehrere Wochen in ferne Gebiete, Länder und Regionen.

    Fahrten und Unternehmungen fördern bei den beteiligten Menschen den Weltblick, die Neugier, die Beweglichkeit; Kinder und Jugendliche überwinden Ängste und werden offener. Die Mobilität in den Köpfen steigt ebenso wie die reale.

    Mit einer Gruppe auf Tour zu sein leistet einen wesentlichen Beitrag zur Persönlichkeitsfindung für jedes Kind und jeden Jugendlichen.

    Gruppen des VCP sind so oft wie möglich unterwegs, Kindergruppen machen dabei Tageswanderungen, ältere Gruppen sind ein Wochenende unterwegs, Jugendliche oft auch mehrere Wochen.

    Dabei werden unterschiedliche Fortbewegungsmittel genutzt: zu Fuß, mit dem Rad, mit Kanu oder Segelboot, ältere Gruppen machen auch größere Touren mit Kleinbussen.

    Geographische Ziele liegen dabei in einem immer größer werdenden Radius: Sind es zu Beginn kleinere Wanderungen in der näheren Umgebung, werden dann die Mittelgebirge (Harz, Heide, Weserbergland) erkundet, so geht es später bis in weit entfernte Gegenden (Türkei, Estland, Masuren, Kalabrien, Lappland, Schottland, Irland...).

    In der Sprache der Pädagogik sind diese Maßnahmen Projekte aus dem Bereich der Erlebnispädagogik. Eine Gruppe entwickelt eine Idee, bereitet gemeinsam vor, führt durch und reflektiert danach den Verlauf.

    Gruppen, die unterwegs sind, stehen auch in einer besonderen Verantwortung gegenüber dem Land und den Menschen, in deren Gebiet sie unterwegs sind.

    So leisten große Fahrten einen wesentlichen Beitrag zur interkulturellen Bindung, es kommt zu einer Überschneidung, Beziehung mit anderen Kulturen, auch zu Auseinandersetzung und Bereicherung.

    Oftmals spielt auch eine historische Komponente hinein, wenn Gruppen in Gebieten unterwegs sind, die bittere Erfahrungen in Kriegen und mit Deutschland gemacht haben.

    Gruppen sind aufgerufen, verantwortlich mit Land und Leuten umzugehen und sie zum Beispiel nicht auf Folklore zu reduzieren.

    Ebenso werden diese Maßnahmen von einer ökologischen Verantwortung geprägt. In der Natur unterwegs zu sein, fördert die Verbindung zu ihr und im besten Fall auch, Verantwortung für ihren Erhalt zu übernehmen.